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An alle Klima-Kritiker:

Ja, das globale Klima obliegt natürlichen – also nicht von Menschen bedingten – Schwankungen. Weil ichs genau wissen wollte habe ich vor einigen Jahren angefangen Geographie an der Universität Leipzig zu studieren.
Hier ist eine kurze Zusammenfassung von dem, was ich dabei gelernt habe:

Wenns ums Klima geht, ist oft die Rede von der global gemittelten Oberflächentemperatur der Erde. Also dem Durchschnittswert aller Temperaturen, die auf der Erde so vorkommen und die wir als Wetter erleben: Jacke an oder Jacke aus?
Wie warm oder kalt es bei uns ist, liegt an verschiedenen kleinen Details, wie zum Beispiel dem Grad der Bewachsung der verschiedenen Erdoderflächen (Grasfläche, Steine, Wald oder Steppe?) und der Energiezufuhr durch die Sonneneinstrahlung, die sich durch die Zusammensetzung der Athmosphäre und die stetige Bewegung des Planeten auf der Erdumlaufbahn zyklisch verändert. Alles in allem ändert sich also ständig alles.
Allein das Klima der letzten 10.000 Jahre hat zu den Lebensbedingungen geführt, unter denen wir Menschen und die uns bekannten Pflanzen und Tiere das Licht der Sonne genießen können. Die Analyse der letzten 800.000 Jahre und den Intervallen der natürlichen Schwankungen ergibt, dass jetzt eine Kaltzeit dran wäre – aber es wird immer wärmer. Also, was ist davon zu halten?
Zur Einschätzung vom Klima und wie es sich verändert macht es Sinn, zwischen Langzeittrends und kurzzeitigen Schwankungen zu unterscheiden.

Langzeittrends

Langzeittrends für unseren Klimahaushalt finden wir z.B. in der Plattentektonik und den Milankowitsch Zyklen. Milankowitsch Zyklen sind Variationen der planetaren Umlaufbahnen in unserem Sonnensystem, als Ursache für Warm-& Kaltzeiten. In der Plattentektonik waren bisher und können weiterhin urzeitliche Schwankungen der globalen Klimate begründet sein. Schließlich hat die Verteilung von Land- und Wassermassen einen entscheidenden Einfluss auf Hoch- und Tiefdruckgebiete, die thermohaline Zirkulation und damit auf die gesamte Temperatur- und Luftdruckverteilung des global Ökosystems.

Die geologische Zeitskala, eine von verschiedenen Generationen von ForscherInnen zusammengetragene Einteilung der Erdgeschichte, richtet sich nach eben diesen plattentektonischen Phasen der ermittelbaren Erdgeschichte und unterteilt verschiedene Epochen in Erdzeitalter: Über Aoenen (mehrere 1.000 Mio. Jahre) und Ären (mehr als 100 Mio Jahre) haben sich also Langzeitrends mit ganz unterschiedlichen Klimata und den aus ihnen resultierenden Lebensbedingungen auf dem Planeten abgezeichnet.

kurzzeitige Schwankungen

Die paläo-klimatischen Analysen der letzten 800.000-1 Millionen Jahre ergeben jedoch, dass das globale Klima auch nach geologischen Zeit-Maßstäben „kurzfristigen“, starken Schwankungen obliegt.
Diverse Extremereignisse mit plötzlichen Themperaturschwankungen können als historische Vorbilder der Klimavariabilität genommen werden, die wir heute so angstvoll als Klimawandel bezeichnen: Zum Beispiel das PETM (Paleoce Eocene Thermal Maximum) Das war ein globaler Temperaturanstieg für eine Zeitspanne von wahrscheinlich 4.000 Jahren von erst etwa 18 °C im späten Paläozän und über 23 °C am Beginn des Eozän , vor etwa 55 Millionen Jahren.
Ähnlich rasant (nach geologischen Zeit-Maßstäben) waren die Dansgaard-Oeschger Ereignisse mit 23 Perioden schneller Erwärmung, gefolgt von einer langsamen Abkühlung während der letzten Kaltzeit.
Und da wäre noch die Jüngere Dryas (eine Störung des Nord-Atlantik Stroms mit folglich Kälteeinbruch von -10°C, der mind. ganz Europa in eine eisige Steppe verwandelte).

Alles in allem ändert sich also auch klimatisch gesehen ständig alles. Diese Schwankungen jedoch sind zwar nach geologischen Zeit-Maßstäben schnell, kurzfristig oder rasant. Für eine Generation von Meschen oder mehrere Generationen von Menschen über 200 oder mehr Jahre können sie aber kaum von spürbarer Bedeutung sein.

Was also bekommen wir zu spüren? Mit Kurz- und Langzeittrends als Grundlage schauen wir von hier mal weiter in die Details.

Kippelemente

Übliche Elemente des globalen Klimas können sich in all dem stetigen Werden und Vergehen auch so verändern, dass sie zu einer Kettenreaktion an Veränderungen in davon abhängigen Bereichen führen, und es für längere Zeitspannen oder sogarfür die Ewigkeit kein Zurück mehr gibt. Danach ist nichts mehr wie es vorher war. Diese Kippelemente sorgen dann für interne Schwankungen des globalen Klimas.
Wichtige Kippelemente finden wir in der Nord-Atlantischen Oszillation (NAO) oder der El Niño/südlichen Oszillation (ENSO), beide Teil der thermohalinen Zirkulation, die den globalen Wärmeaustausch mittels einander bedingender Meeresströmungen, charakterisiert.

Auch die schwankende Sonnenaktivität verändert kurz und mittelfristig unser Klima. Bei erhöhter Sonnenaktivität erwärmt sich die Stratosphere, parallel zur Troposphäre (zwei aufeinanderfolgende Schichten der Atmosphäre). Es ist insbesondere dieser Kontext, der bei der Analyse klimatischer Anomalien und ihrem Zusammenhang mit menschlichen Einflüssen auf das Klima Aufschluss gibt.

Jetzt wirds spannend!

Bei Temperaturanstiegen durch externe Einflüsse erwärmen sich die aufeinanderfolgenden Schichten der Atmosphäre gleichmäßig. Bei Temperaturanstiegen durch interne Einflüsse, wie z.B. erhöhte Treibhausgaskonzentrationen, ist dies nicht der Fall:
Es kann davon ausgegangen werden, dass die Stratosphere eine thermische Gegenläufigkeit zur Troposphere vollzieht.

Damit kann die Bedeutung einer erhöhten Sonnenaktivität für die Klimaerwärmungen, die wir und den letzten Jahren beobachten, vernachlässigt werden. Die Ursachen der Erderwärmung liegen demnach an internen Einflüssen oder Elementen, wie der erhöten Treibhausgas-Konzentration.

Aber auch Vulkanausbrüche erhöhen die THG-Konzentration in der Troposphäre häufig bis zu einem Kipppunkt, in dessen Folge sich wiederum nach zwei wärmeren Jahren (+1°C) eine langfristige Abkühlung (-0,5°C) in der Stratosphere einstellt. Von denen gab es schon ein paar in den vergangenen Jahrzehnten. Und im Vergleich zu einem Vulkanausbruch ist der von Menschen veranlasste Anstieg der Treibhausgasemission (THG-Emission) trivial. 

Doch heißt das, das die gemessene globale Erwärmung nichts mit unserem Treibhausgasausstoß zu tun hat?

Kohlenstoffkreislauf

99% des globalen Kohlenstoffhaushaltes finden wir in dem s.g. ‚langsamen Kohlenstoffkreislauf‘ wieder, der von dem kurzfristigen Kohlenstoffkreislauf zu unterscheiden ist. Letzterer bezieht sich auf die (geologisch betrachtet) ’schnellen‘ Umsetzungsprozesse von Kohlenstoff, die wir in der Atmosphäre, Biosphäre und den oberen Erdschichten beobachten können. Während in der Atmosphäre grundsätzlich 790 Gt Kohlenstoff gelöst sind und in unseren oberen Erdschichten z.B. rund 15.000 Gt, ist es die s.g. Lithosphäre, das sind die tieferen Erdschichten, in denen insgesamt 60.000 Gt Kohlenstoff gebunden sind. Hier ist es wo wir den ‚geologischen Kohlenstoffkreislauf‘ auffinden können, der die langfristige Kohlenstoffregulation im globalen Klimahaushalt bestimmt. Je mehr CO2 gebunden ist, desto kälter ist es auf der Erde. Jemehr CO2 gelöst ist, desto heißer ist es auf der Erde. Schließlich entscheidet der langsame Kohlenstoffkreislauf mit seinen Jahrtausende andauernden Kohlenstoffbindungsprozessen über die Zusammensetzung unserer Wetterereignisse. Natürlicherweise freigesetzt werden diese Kohlenstoffspeicher am ehesten durch den oben genannten Vulkanismus. Das jedoch sieht ganz anders aus, wenn wir tiefe Löcher in unsere Erdschichten reißen und mit Kohlekraftwerken unseren Alltag gestalten. Laut IPPC ist die global gemittelte Temperatur der Erdoberfläche in der Zeit von 1880 – 2012 um 0,85°C gestiegen. Der Einfluss vulkanischer Aktivitäten wird dabei von Forschern für gering gehalten.

Zwar ist die Kohleförderung an sich in der Europäischen Union rückläufig, global aber wird zunehmend mit Kohlekraft geheizt, gearbeitet und gelebt. Mit diesem Vorgehen wird also nicht nur ein kurzzeitiges Extremereignis imitieren, was den kurzfristigen Kohlenstoffkreislauf verändert, sondern wir agieren mit einem Aspekt der Langzeittrends für das klimatische Gefüge auf dem Planeten.

Das wiederum ist nicht nur für unser Klima ein Problem.

Durch die Tagebauförderung werden auch regionale Ökosysteme in unserer Biosphäre unwiederbringlich zerstört, die ihrerseits für Biodiversität und damit folglich für Stabilität und Resilienz regionaler Nahrungsmittelproduktion sorgen. Die Umleitung der Grundwasserleiter, um ein Zulaufen der geförderten Löcher zu verhindern, verockert umliegende Gewässer, was oft unbedachte Folgekosten nach sich zieht. Dazu ist auch die Versiegelungs- und Umsiedelungspraxis der Stromkonzerne eine lebensfeindliche Selbstverständlichkeit geworden, die in Zukunft nicht mal mehr wirtschaftlich lukrativ sein wird. Für das Jahr 2030 wird das s.g. ‚Peak Coal‘ prognostiziert. Bei derzeitigen Förderbedingungen wird bis dahin das Maximum an wirtschaftlichem Wachstum in dem Energiesektor Kohlekraft erreicht sein. Eine Wirtschaft, die auf Wachstum, statt auf Stabilität setzt, wird es dann nicht mehr geben können, weil die prozentuale Steigerung der jährlichen Umsätze nicht mehr gegeben ist.

Wirtschaftlicher Wachstum als Motor für Sicherheit und Frieden greift zu kurz, um eine verlässliche und zukunftstaugliche Kultur zu begründen.

the greatest reparation the nuclear industrialized west can pay is with an own regrowth movement.


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